Herbert Tost QiGong für Reiter Videoserie

QIGONG FÜR REITER – VIDEOSERIE TEIL 1

Wir stellen in unserer Serie QiGong-Übungen vor, die sich besonders für Reiter eignen. Durch die Schulung des eigenen Körpergefühls und meditative Wirkung hilft QiGong dem Reiter sich mental und körperlich auf das Zusammensein mit seinem Pferd einzustimmen.

QiGong fördert die Ausbildung eines guten, balancierten Körpergefühls. Dies ist die Basis für einen unabhängigen Sitz und eine ruhige Hand des Reiters, die es dem Pferd ermöglichen, ungestört und lediglich durch beabsichtigte Impulse angeleitet seinen Takt und sein Gleichgewicht zu finden.

Historisch gesehen blickt das QiGong auf eine jahrtausende alte Tradition zurück. Die zugrunde liegende Philosophie gründet auf den daoistischen Vorstellungen von Mensch und Welt, die ein harmonisches Ineinandergreifen und Zusammenspiel aller Elemente und Lebewesen als Ideal hat.

QiGong ist heute ein Baustein der traditionellen chinesischen Medizin und bedeutet wörtlich Arbeit mit der Qi-Energie, also ein bewusstes Einsetzen der Lebensenergie. Sie soll im ganzen Körper frei und ungestört fließen können, um ein harmonisches Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele zu ermöglichen.

Meditative Bewegungsabläufe, Atemübungen und aufeinander aufbauende Übungsabfolgen – sogenannte „Formen“ – bilden die Grundlage des QiGong. Die Energiebahnen – die Meridiane – werden durch bestimmte Bewegungen und Körperhaltungen aktiviert und dadurch werden die zugehörigen Organe und Körperstrukturen angesprochen. Wie die Übungen auf der energetischen Ebene erlebt werden, hängt sehr vom individuellen Zustand des Einzelnen ab und wird mit fortschreitender Stabilisierung des energetischen Gleichgewichts auch differenzierter erfahren.

Um ein unvoreingenommenes Herangehen des Übenden zu ermöglichen, wird deshalb auf eine detaillierte Ausführung zur energetischen Wirkung der einzelnen Übungen verzichtet:

„Jede Erfahrung im Leben ist einmalig.
Lassen Sie sich nicht täuschen,
wenn Sie beim nächsten Spaziergang die gleichen Bäume
im Park sehen, das Muster ist vertraut,
aber die Dinge selbst entstehen in jedem Augenblick neu,
Sie selbst eingeschlossen.“
Theo Fischer, Das Tao der Selbstfindung

Also los geht’s, geh einfach auf die Koppel, stell Dich vielleicht sogar in die Nähe der Herde und beginne mit Deinen Übungen. Lasse die Sequenz mit einigen ruhigen Atemzügen mit geschlossenen Augen ausklingen. Dann hole Dein Pferd – und spüre was sich verändert…

 


QiGong Übung 1:
Mühlräder

 

 

Wie geht die Übung?

  • Grundstellung: Füße schulterbreit auseinander, Fußspitzen nach vorne, Knie leicht gebeugt. Das Gewicht ist auf beiden Füßen gleichmäßig verteilt.
  • Oberkörper nach rechts drehen und beide Arme gleichzeitig langsam heben, während dieser Bewegung langsam einatmen
  • Wenn beide Arme nach oben gehoben sind, den Oberkörper sanft nach links drehen
  • Beide Arme gleichzeitig sinken lassen, während dieser Bewegung langsam ausatmen
  • Unten angelangt, den Oberkörper sanft nach rechts drehen.
  • Beide Arme wieder gleichzeitig langsam heben usw.
  • Alle Bewegungen sollen langsam, ruhig und fließend ausgeführt werden.

Wie oft wiederholen?

Nach ca. 10 Wiederholungen die Richtung wechseln, also die Arme auf der linken Seite anheben.

Was ist zu beachten?

Die Arme in ruhigem Tempo fließend und ohne Druck bewegen. Beide Füsse bleiben während der Übung in der oben beschriebenen Postion im gleichen Kontakt zum Boden.

Was bewirkt es?

  • Schultern, Schulterblätter und Wirbelsäule werden mobilisiert.
  • Die geschmeidigen Armbewegungen fördern eine leichte gefühlvolle Hand beim Reiten, der geweitete Brustraum ermöglicht tieferes freieres Durchatmen,
  • die Drehbewegung in der Wirbelsäule hilft dem Reiter den Bewegungen des Pferdes in den Wendungen geschmeidiger folgen zu können.

 


QiGong Übung 2:
Mit dem Pferd durch eine Blumenwiese reiten

 

 

Wie geht die Übung?

  • Linken Fuß zur Seite stellen und in Grundstellung gehen
  • Linkes Bein anheben, der Oberschenkel ist paralell zum Boden, der Unterschenkel im 90 Grad-Winkel dazu. Gleichzeitig den rechten Arm in einem Bogen auf Brusthöhe vor den Körper führen, die Handfläche zeigt nach vorne.
  • Den linken Arm gleichzeitig nach hinten führen, dabei alle Fingerspitzen zusammen bringen, die Handfläche ist nach oben gerichtet.
  • Beine und Arme wieder gleichzeitig in die Grundposition zurück bringen
  • Alle Bewegungen sollen langsam, ruhig und fließend ausgeführt werden.

Wie oft wiederholen?

Insgesamt 3 bis 5 Wiederholungen je Seite.

Was ist zu beachten?

Die Arme sollen nicht durchgestreckt werden.

Was bewirkt es?

  • Schulung der Balance und des Körpergefühls durch den Stand auf einem Bein und die Zentrierung in der Körpermitte,
  • Dehnung der Seite