Rezension Working Equitation Basics

WORKING EQUITATION BASICS

Angelika Graf hat sich auf die Suche nach den Ursprüngen der Working Equitation und des damit verbundenen Sentir Ecuestre begeben – daraus entwickelte sich auch eine Reise zu sich selbst. Wir haben ihr neues Buch Working Equitation Basics gelesen.

In ihrem Buch bereitet sie das Wissen der iberischen Reitkulturen auf und stellt dar, welchen Einfluss die Beziehung von Reiter und Pferd auf das Leben, die ganze Lebenseinstellung haben kann. Sie zeigt dem Reiter einen Weg auf, wie er sein Fühlen, sein Gespür im Sattel schulen und das gemeinsame Gleichgewicht mit seinem Pferd auf eine sehr feine Art und Weise erreichen kann, egal in welcher Reitweise er sich bewegt.

Das Kapitel Gedanken und Gefühle ist eines der Schlüsselkapitel des Buches. Das hundertprozentige, authentische „beim Pferd sein“, seine Gedanken also unter Kontrolle zu haben, ist die Vorausetzung damit ein Hineinspüren in die Bewegungen überhaupt möglich wird.  So wird dem Reiter auch empfohlen sein Körpergefühl durch Methoden wie Feldenkrais oder Pilates zu schulen. Angelika Graf geht auf die einzelnen Körperteile des Menschen ein und beschreibt die Fehlhaltungen oder Verspannungen des Reiters und seine direkten Auswirkungen auf die Bewegungen des Pferdes.  In den praktischen Übungen auf dem Boden oder im Sattel werden leicht nachvollziehbare Lösungen angeboten um mit dem Pferd in eine bessere Balance zu kommen. Dies ist letztendlich auch mit feinsten Bewegungen möglich:

„Spürt der Mensch aufmerksam in sich hinein, so kann er feststellen, wann er mit dem Blick den Kopf bewegt und wann sich sein gesamter Körper in die Blickrichtung öffnet. Ein Pferd, das sensibel auf den Reitersitz reagiert, spürt sofort, wenn der Reiter auch seinen Oberkörper in die Blickrichtung öffnet. Daraufhin wird es sich in die Richtung bewegen.“

Im Kapitel Grundlegende Arbeiten werden zunächst die Grundgangarten und deren verschiedene Tempi erläutert. Auch hier geht die Autorin auf das „Spürenlernen“ ein: Wie fühlt sich die Fußfolge an, was passiert also mit dem Becken und den Beinen des Reiters, welches ist der beste Moment zur Hilfengebung und wie sieht diese aus. Zahlreiche Zeichnungen veranschaulichen die verschiedenen Phasen der Bewegungen und zeigen wie und wann der Reiter seine Hilfen am effektivsten einsetzen kann.

 

Doch auch der fortgeschrittene Reiter kann in diesem Buch sicher noch einige Anregungen finden, seinen Sitz und sein Sentir Ecuestre auf seinem Pferd zu verbessern – beispielsweise beim Verkürzen der Tritte:

„Das Reiterbecken ist in seiner neutralen, aufrechten Haltung. Nur so kann die Beckenbodenmuskulatur effizient arbeiten. Zum Verkürzen der Tritte wird das Becken impulsartig abgekippt, so dass das Pferd die gleiche Bewegung mit seinem Becken ausführt. Impulsartig darf aber nicht mit überfallartig verwechselt werden. Die Impulse müssen immer im Rhythmus der Bewegung gegeben werden, sie müssen das Pferd begleiten, die Aufforderung klar werden lassen und das Pferd nicht überfallen. Der Reiter kommt nach den Gewichtsimpulsen immer wieder in seinen aufrechten Sitz zurück, würde er im abgekippten Zustand bleiben, so stellt er sein Becken fest und kann mit seinem Zentrum nicht optimal einwirken…“

Verschiedene Basisübungen der Working Equitation in denen der Reiter weitere Anregungen für die Erarbeitung eines gemeinsamen Gleichgewichts erhält und die die Gymnastizierung des Pferdes fördern, runden das Buch ab.

 

„Gleichgewicht, Ausgewogenheit, Gelassenheit und Stabilität bezeichnen grundlegende Eigenschaften, die Menschen und Pferden innere Harmonie, Wohlbefinden und Zufriedenheit bringen. Diese Attribute vermitteln uns grundsätzlich Vertrauen und Sicherheit. Und sie sind eine solide Basis im tägliche Umgang mit Pferden.“

 

 


WORKING EQUITATION BASICS

192 Seiten
Angelika Graf Verlag
ISBN 978-3-981-4641-2-2
EUR 44,90

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